Schlachtschiff Bismarck | Das wahre Gesicht eines Schiffes
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  Werner Böttner

Maschinengefreiter

Werner Böttner

E-Anlage

* 23.4.1921 in Hörselgau (Thüringen) – † 27.5.1941

Maschinengefreiter  
Gerhard Gränitz Deutschland 1921

Deutschland (1921)

Quelle:

Martina Rohmann (Nichte) / Hörselgau

Werner Böttner wurde am 23. April 1921 als Sohn von Georg und Elsa Böttner in dem kleinen Ort Hörselgau in Thüringen geboren. Hörselgau zählte damals rund 1.000 Einwohner. Hier, an den Ufern des Flusses Hörsel, zwischen den Städten Erfurt und Eisenach, in den nördlichen Ausläufern des Thüringer Walds, wuchs Werner Böttner auf dem elterlichen Hof auf. Der Vater arbeitete als Stellmachermeister, die Mutter war Hausfrau.

Nach der Volksschule machte Werner Böttner eine Lehre zum Schlosser, welche er etwa 1938 erfolgreich abschloss. Zur gleichen Zeit fiel bei ihm die Entscheidung sich freiwillig für den Dienst in der Kriegsmarine zu melden und so ließ er sich im August bei dem Wehrbezirkskommando Gotha mustern. Die ärztliche Untersuchung stellte Tauglichkeit fest. Ende Oktober 1938 wurde ihm dann mitgeteilt, dass er bei der Marine zum 1. Oktober des nächsten Jahres angenommen sei. Bei dem Einberufungsdatum hatte man berücksichtigt, dass Werner Böttner vor Antritt des Dienstes noch den Reichsarbeitsdienst ableisten musste. Dieser begann am 1. April 1939. Kurze Zeit später wurden die jungen Arbeitsmänner, zeitgleich zu Hitlers Geburtstag, vereidigt.

In Deutschland spitzte sich in jener Zeit die außenpolitische Lage extrem zu. Als die Spannungen, eine Woche vor dem Angriff auf Polen, ihren Höhepunkt zu erreichen schienen wurde Werner Böttner zur Baukompanie 1/216 versetzt. Baukompanien wie diese wurden während des bald folgenden Feldzuges eingesetzt und nahmen z.B. Pionierarbeiten hinter der Front wahr. Ob Werner Böttners Einheit auch in Polen eingesetzt wurde ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich. Für ihn endete wenig später am 9. September der Einsatz in der Baukompanie. Nun stand der Einberufung zur Kriegsmarine nichts mehr im Wege.

Elektrotechnischer Lehrgang III

Elektrotechnischer Lehrgang III

Abzeichen für Sonderausbildung

Die rotgestickten Ärmel-
abzeichen für Sonder-
ausbildungen wurden von Unteroffizieren ohne Portepee (Maate) und Mannschaften unterhalb des Dienstgradabzeichens getragen.

Werner Böttner in Hörselgau im Winter 1939/40 Werner Böttner trat seinen Dienst bei der Marine wie geplant am 1. Oktober 1939 an. Erste Station seiner Ausbildung war die 5. Schiffsstammabteilung in Eckernförde, wo er bis zum 30. Januar 1940 im Infanteriedienst ausgebildet wurde. Während dieser Zeit tat er sich besonders beim Schießen hervor, was mit der Verleihung der Schützenschnur gewürdigt wurde. Danach folgte der Elektrotechnische Lehrgang III an der Marineschule Kiel. Werner Böttner war auf Grund seines Lehrberufes in die Maschinenlaufbahn eingetreten. Gegen Ende des Lehrgangs wurde ihm dann sein neues Kommando mitgeteilt, er sollte zur Baubelehrung auf das Schlachtschiff Bismarck kommen. Am 31. Mai 1940 trat er seinen Dienst bei dem neuen Kommando an. Auf dem noch in Bau befindlichen Schiff bot sich ihm zunächst die Gelegenheit sich einen genauen Überblick über die komplexen Abläufe und den Aufbau des Schiffes zu verschaffen und so nützliche Erfahrungen für die spätere Betriebszeit zu sammeln. Nach der Indienststellung bezog Werner Böttner seine Gefechtsstation in der Elektrischen Anlage, vermutlich in einem der E-Maschinenräume.

Ende 1940 bekam er Urlaub, den er bei seiner Familie auf dem elterlichen Hof in Hörselgau verbrachte. Wenig später wurde er zum Maschinengefreiten befördert. Bei dem Besuch des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, am 22. November an Bord stand Werner Böttner in der ersten Reihe seiner an Oberdeck angetretenen Division. Die Wochenschau berichtete in einem ihrer Filmbeiträge über den hohen Besuch. Zufällig entdeckten die Eltern von Werner Böttner ihren Sohn in dem Film. Das Bild wurde vergrößert und gerahmt und bekam fortan einen Ehrenplatz im Wohnzimmer der stolzen Eltern, wo es auch noch lange nach dem Tod des Sohnes hängen blieb.

Der Maschinengefreite Werner Böttner fiel am 27. Mai 1941 beim Untergang der Bismarck, einen Monat nach seinem 20. Geburtstag. Seine Eltern hofften noch lange Zeit, bis zu ihrem eigenen Tod im Jahre 1970, auf ein Wiedersehen mit dem Sohn. Sie errichteten im Garten eine kleine Gedenkstätte mit Holzkreuz für den gefallenen Sohn.

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