Schlachtschiff Bismarck | Das wahre Gesicht eines Schiffes
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Maschinenmaat

Hans Luchs

Maschinenanlage, 10. Division

* 29.3.1916 in Düsseldorf (Rheinprovinz) – † 27.5.1941

Maschinenmaat  
Hans Luchs Deutschland 1916

Deutschland (1916)

Quellen:

Karl-Heinz Luchs (Neffe) / Neuß

Fotoalbum von Peter Bürvenich

Hans Luchs wurde am 29. März 1916 als jüngstes Kind von Jakob Luchs und seiner Frau Anna, geborene Steck, in Düsseldorf geboren. Sein Vater, zum Zeitpunkt der Geburt seines dritten Sohnes 34 Jahre alt, war als Bademeister im Neußer Schwimmbad tätig und legte damit den Grundstein für die sportlichen Aktivitäten von Hans und seinen Brüdern Willi (Jahrgang 1913) und Franz (Jahrgang 1915). Die noch junge Mutter Anna, zur Geburt ihres jüngsten Kindes 24 Jahre alt, hatte bestimmt ihre liebe Not, die Söhne in den Hungerjahren des Ersten Weltkrieges und den ersten Nachkriegsjahren zu ernähren. 1920 zog die Familie auf die andere Rheinseite, nach Neuss, um. Zwei Jahre später, zu Ostern 1922, wurde Hans Luchs eingeschult. Er besuchte die örtliche Kreuzschule, eine katholische Volksschule. 1930 machte er seinen Schulabschluss und entschloss sich, ebenso wie sein Bruder Franz, der den Beruf des Anstreichers erlernt hatte und sein Bruder Willi, der Elektriker geworden war, für einen handwerklichen Beruf. Bei der Schlosserei Heinrich Frank & Söhne trat er im gleichen Jahr die Lehre zum Schlosser an. 1933 beendete er seine Lehre und blieb bei seiner Firma als Geselle beschäftigt. Seine Freizeit widmete er seinem Lieblingssport, dem Schwimmen und dem Fußball.

Hans Luchs in der Grundausbildung Im Jahr 1934 meldete sich Hans Luchs als Freiwilliger zur Marine. Die bald darauf folgende Musterung absolvierte der sportliche junge Mann, der Inhaber des Reichssportabzeichens war, ohne Probleme und nachdem er auch die weiteren Aufnahmeprüfungen bestanden hatte, wurde er bei der Marine eingestellt. Im nächsten Jahr war es dann soweit, der Neunzehnjährige wurde am 24. Juni 1935 zur Grundausbildung in eine Marineartillerieabteilung eingezogen. Gegen Ende dieser Zeit erfuhren die jungen Rekruten ihre neuen Kommandos. Auf Hans Luchs wartete das neuste, modernste und zusammen mit ihren zwei Schwesterschiffen größte Schiff der deutschen Flotte, das Panzerschiff Admiral Graf Spee. Die Arbeiten an dem Schiff waren noch nicht abgeschlossen, als sich Hans Luchs am 27. September 1935 auf den Weg nach Wilhelmshaven machte. Die freien Minuten während eines kurzen Aufenthalts in Lübeck nutzte er um seiner Familie stolz von dem neuen Kommando zu berichten. Auf der Marinewerft Wilhelmshaven begann dann die Baubelehrung für den jungen Maschinengasten, diese bot ihm Gelegenheit sich mit der hochkomplizierten Anlage des mit einem neuartigen Dieselmotorantrieb ausgestatteten Schiffes vertraut zu machen.

Bildergalerie – Hans Luchs

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Am 6. Januar 1936 wurde die Admiral Graf Spee feierlich in Dienst gestellt. Bis in den April hinein folgten erste Erprobungsfahrten in der eisigen Jadebucht, ehe das Panzerschiff zur Flotte stieß und das alte Linienschiff Schleswig-Holstein als Flottenflaggschiff ablöste. Im Juni 1935 erlebte Hans Luchs dann seine erste Auslandsfahrt, welche ihn und das Schiff zu Gefechtsübungen bei den Kanarischen Inseln führte. Kurz darauf wurde die Admiral Graf Spee nach Spanien, wo der Bürgerkrieg tobte, in ihren ersten Einsatz entsandt. Es sollte nicht bei diesem einen Einsatz bleiben, bis 1938 folgten noch vier weitere Fahrten an die spanische Mittelmeerküste. Hans Luchs nahm nicht an allen Fahrten teil. Während er in der Marine Fuß fasste erreichte ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters.

Für ihn ging die Laufbahn weiter, der Dienst in der Marine gefiel ihm, besonders wegen der vielen Reisen. „Die Welt ist schön, man muss sie nur erst kennen lernen.“ schrieb er seiner Familie 1938 aus Flensburg. Hans Luchs war mittlerweile zum Maschinenobergefreiten befördert worden. Da auch seine Vorgesetzten mit ihm zufrieden waren, wurde er schließlich zum Maatenanwärter ausgewählt. Nach einem Heimaturlaub im Sommer 1938, begann dann die Schulung zum Unteroffizier mit dem Allgemeinen Unteroffizierslehrgang bei der 2. Kompanie der 1. Marineunteroffizierslehrabteilung in Kiel-Friedrichsort. Als frisch beförderter Maschinenmaat versah er anschließend seinen Dienst bei der 1. Schiffsstammabteilung in Kiel, gefolgt von dem Motorenlehrgang III an der Marineschule Kiel im Frühjahr 1939. Nach erfolgreichem Abschluss des Fachlehrgangs kam Hans Luchs zur Kriegsmarinedienststelle nach Hamburg. Es war der erste Schritt zu seinem neuen Bordkommando auf der Bismarck, die ja erst im Februar des Jahres vom Stapel gelaufen war und nun immer noch fertig gebaut werden musste. Somit stieß er als einer der ersten zum Besatzungsstamm des Schiffes um die Baubelehrung in dem Schiffsrumpf zu beginnen.

Maschinenmaat Hans Luchs Ein besonderes Erlebnis bot sich ihm dann im März 1940, als er sich mit einer Gruppe von Maschinisten und Maschinenmaaten auf Inspektionsreise zu einigen der über ganz Deutschland verstreuten Zulieferbetrieben der Bismarck machte. Zunächst flog die Gruppe nach Dresden und begutachtete dort in einer Fabrik den Bau und Aufbau der für ihr Schiff bestimmten Maschinen. Weitere Stationen der zweiwöchigen Reise waren die Städte Nürnberg, Mannheim und Berlin. Hans Luchs genoss die Fahrt. „Es ist wirklich schön so eine Reise“ schrieb er seiner Mutter auf einer Postkarte aus Nürnberg. Mit den neu gewonnenen Erkenntnissen ging es dann zurück nach Hamburg, wo man sich wieder ganz der Fertigstellung des Schiffes widmete. Im August 1940 war es dann soweit, die Bismarck wurde in Dienst gestellt und die Baubelehrung endete. Hans Luchs übernahm als Teil der 10. Division eine Korporalschaft und versah seinen alltäglichen Dienst nun in einem der Betriebsräume der riesigen Antriebsanlage. Die erste Fahrt zur Erprobung in Richtung Ostsee feierte er mit den Männern seiner Korporalschaft während eines Zwischenaufenthalts im Kieler Scheerhafen. Am Sonntag zuvor war die Bismarck aus Hamburg ausgelaufen.

Ein letztes Lebenszeichen von Hans Luchs erreichte die Familie im April 1941, aus Zoppot. Über das Osterwochenende war die Bismarck in Gotenhafen eingelaufen, diese Gelegenheit hatten Hans Luchs und einige Kameraden genutzt um in den nahe gelegenen Badeort zu fahren. Wenige Wochen später lief Hans Luchs mit der Bismarck in Richtung Atlantik aus. Er kehrte nicht zurück. Der Maschinenmaat Hans Luchs fiel am 27. Mai 1941 beim Untergang der Bismarck. Er war 25 Jahre alt.

Lese-Tipp

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