Schlachtschiff Bismarck | Das wahre Gesicht eines Schiffes
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  Albin Eggerstedt  
  Albin Eggerstedt

Matrose XII

Albin Eggerstedt

Bordmusikzug, 9. Division

* 18.9.1921 in Harburg (Hannover) – † 27.5.1941

Matrose XII  
Albin Eggerstedt Deutschland 1921

Deutschland (1921)

Quelle:

Alexander Eggerstedt (Großneffe) / Hamburg

Albin Eggerstedt wurde am 18. September 1921 in dem ab 1937 zu Hamburg gehörenden Stadt- und Landkreis Harburg geboren. Der Vater, welcher seinen Rufnamen an den Sohn weitergegeben hatte, arbeitete hier als Musiker. Seine Begabung und Begeisterung für die Musik ging auch auf die zwei Söhne über. Neben dem dreieinhalb Jahre jüngeren Bruder besaß Albin Eggerstedt noch zwei Halbschwestern, die jedoch erst nach seinem Tod geboren wurden, die Mutter Johanna Maria war Hausfrau. Eine Woche nach der Geburt wurde Albin evangelisch getauft. Der Vater meldete den sechsjährigen Albin am 8. März 1928 an der Volksschule 3 in Heimfeld zum Unterricht an. Die Familie lebte zu jener Zeit in der Grumbrechtstraße Nummer 32, in unmittelbarer Nähe zum Harburger Hafen, einem großen Industriegebiet an der Süderelbe. Die Schule befand sich keine 500 Meter entfernt, und so konnte Albin Eggerstedt bequem zu Fuß dort hinlaufen. Nach acht Jahren beendete er 1936 die Volksschule und begann eine Lehre zum Musiker bei den Gebrüdern Theodor und Hermann Sohrbeck in Elmshorn. Die Stadt Elmshorn liegt auf der anderen Seite Hamburgs vor den Toren der Stadt. Albin Eggerstedt als Schüler Sie gehört bereits zu Schleswig-Holstein. Da die tägliche Anreise zu weit gewesen wäre, sorgte der Lehrer dafür, dass Albin Eggerstedt in Elmshorn bei ihm wohnen konnte und verpflegt wurde. Als Gegenleistung musste er im Haushalt mithelfen. Am 17. April fuhr Albin Eggerstedt zusammen mit seinem Vater nach Elmshorn, um dort den Lehrvertrag zu unterschreiben. Vier Jahre sollte die Ausbildung dauern. Neben der Wohnung und Verpflegung wurden auch die Musikinstrumente, auf welchen unterricht wurde, zur Verfügung gestellt. Für den schwarzen Anzug des Sohnes, einschließlich des Zylinders, hatte der Vater Sorge zu tragen. Er war notwendig, da Albin Eggerstedt vor allem im Orchesterspiel ausgebildet wurde und während seiner Lehrzeit im städtischen Orchester Elmshorn spielte. Sein Lehrer übernahm die väterlichen Pflichten und sorgte zum Beispiel dafür, dass Albin Eggerstedt regelmäßig den Gottesdienst besuchte. Von seinem Lehrer erlernte er das Spielen des Tenorhorns, des Bariton und der Posaune. Albin Eggerstedt war ein guter und gelehrsamer Schüler.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges endete die Lehre am 12. September 1939 frühzeitig. Eigentlich hatte der Siebzehnjährige noch ein halbes Jahr vor sich. Sein Lehrer stellte ihm ein gutes Lehrzeugnis aus, und so konnte er eine Woche später beruhigt seinen achtzehnten Geburtstag feiern. Eine Anstellung als Musiker konnte er aber aufgrund des Krieges dennoch nicht finden, und so begann Albin Eggerstedt als Postfacharbeiter bei der Reichspost zu arbeiten. Wahrscheinlich genügte ihm diese Anstellung nicht und er meldete sich, um wieder Musik spielen zu können, 1940 freiwillig zum Dienst in der Kriegsmarine. In der Marine gab es eine eigene Laufbahn für Musiker, man warb mit den Aufstiegsmöglichkeiten und der akademischen Hochschulausbildung bei besonderer Eignung. Argumente, die Albin Eggerstedt sicherlich mit bewogen haben, diesen Schritt zu tun.

Erich Raeder an Bord der Bismarck Er trat Mitte 1940 seinen Dienst an und wurde nach der Grundausbildung auf das Schlachtschiff Bismarck kommandiert. Als Matrose der Musikerlaufbahn spielte er fortan im bordeigenen Bordmusikzug des Schiffes. Von dem Besuch des Oberbefehlshaber der Kriegsmarine an Bord der Bismarck, welcher am 22. November 1940 stattfand, schickte Albin Eggerstedt einen Zeitungsartikel nach Hause. Auch wenn dort die Bismarck aus Gründen der Geheimhaltung nicht direkt genannt wurde, so wollte er wohl doch damit seiner Familie mitteilen, wo er nun seinen Dienst tat. Schreiben durfte er das nicht, da es ihm verboten war, über sein Kommando zu schreiben oder zu sprechen. Über den Winter kam die Bismarck nach Hamburg, um bei der Werft Blohm & Voss Restarbeiten durchführen zu lassen. Für Albin Eggerstedt war es eine willkommene Gelegenheit, während der Landgänge nach Hause in das nahe gelegene Harburg zu fahren. Anfang März ging es dann wieder zu Übungen in die Ostsee. Albin Eggerstedt hat die Heimat nicht wieder gesehen. Als Teil des Bordmusikzuges bekleidete er im letzten Gefecht eine andere Funktion als die des Musikers. Möglicherweise war er als Hilfskrankenträger oder Munitionsmanner tätig. Er fiel beim Untergang des Schiffes. Albin Eggerstedt war 19 Jahre alt.

Dokumente von Albin Eggerstedt

Lehrvertrag Lehrzeugnis Todesmitteilung Kondolenzschreiben Sterbeurkunde

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