Schlachtschiff Bismarck | Das wahre Gesicht eines Schiffes
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Matrosengefreiter

Helmut Kastner

Seemännisches Personal

* 21.10.1922 in Oberplanitz (Königreich Sachsen) – † 27.5.1941

Matrosengefreiter  
Helmut Kastner Deutschland (1922)

Deutschland (1922)

Quelle:

Sigrid Tanz (Nichte) / Urnhausen

Helmut Kastner wurde am 21. Oktober 1922 in dem Ort Oberplanitz, südlich von Zwickau (dessen Stadtteil es heute ist), geboren. Er war der dritte Sohn nach seinen Geschwistern Johannes und Heinz, die 1919 und 1920 geboren wurden. Später sollten noch zwei Schwestern und zwei Brüder folgen. So wuchs er in einer kinderreichen Familie auf, besuchte die Schule und machte danach wahrscheinlich eine Lehre. Helmut Kastner wurde mit dem Nationalsozialismus groß und verehrte Hitler frenetisch. Seine Begeisterung ging sogar soweit, dass er zu seiner Mutter sagte, als er diese einmal beim verbotenen Hören des feindlichen Radiosenders erwischte: „Wenn du nicht meine Mutter wärst, dann würde ich dich anzeigen.

Seine beiden älteren Brüder traten noch vor Kriegsbeginn in die Kriegsmarine ein. Während Johannes Kastner wegen eines Hörfehlers nicht zur See fahren durfte und später seinen Dienst in Norwegen an Land versah, wurde Heinz Kastner unmittelbar nach seiner Grundausbildung auf den Zerstörer Friedrich Eckoldt kommandiert. Dort erlebte er bald darauf seine ersten Einsätze. Auch Helmut Kastner ließ sich von den Schilderungen seiner beiden Brüder mitreißen und meldete sich freiwillig zum Dienst in der Kriegsmarine. Am 1. Juni 1940 wurde er in die 11. Schiffsstammabteilung nach Stralsund eingezogen, wo er seine Grundausbildung absolvierte. Bereits nach einem Monat war diese abgeschlossen und Helmut Kastner freute sich nun direkt an Bord zu kommen.

Die Kastner-Brüder: Heinz, Helmut und Johannes in Marineuniform Sein erstes Kommando fiel nicht auf irgendein Schiff, sondern auf das größte und neuste das die Kriegsmarine zu bieten hatte: auf die Bismarck. Bevor er sich jedoch an Bord einfinden konnte, ging es zunächst auf ein Wohnschiff in Gotenhafen, wo das Seemännische Personal der Bismarck gesammelt wurde. Besonders stolz war er als er sich schließlich Mitte August 1940 in Hamburg einfand um sein neues Kommando auf dem immer noch nicht ganz fertigen Schiff anzutreten. Von Mitte September bis Anfang Dezember erfolgte die erste Ausbildungsfahrt in der Ostsee. Dann kehrte die Bismarck zu ihrer Bauwerft Blohm & Voss zurück um letzte Restarbeiten über sich ergehen zu lassen. In Hamburg wartete Helmut Kastners Bruder Heinz auf ihn. Sein Zerstörer, die Friedrich Eckoldt, lag bereits seit dem 5. November in der Hamburger Werft um Bombenschäden auszubessern. Bis zum Auslaufen des Zerstörers Ende Dezember 1940 genossen sie die gemeinsame Zeit in der Hansestadt. Die Bismarck folgte im März 1941 in die Ostsee, wo die Friedrich Eckoldt bereits ihr Ausbildungsprogramm absolvierte. Sicherlich kam es nun auch wieder zu Begegnungen der beiden Brüder, sei es in Gotenhafen oder auf See.

Anfang Mai 1941 fand sich Helmut Kastner seinem Idol gegenüber, als Adolf Hitler das Schiff besichtigte. Bald darauf beendete die Bismarck ihr Ausbildungsprogramm und lief Mitte des Monats zu ihrer ersten Unternehmung aus. Auch für Helmut Kastner, der noch kurz zuvor vom Matrosen zum Matrosengefreiten befördert worden war, war es der erste Einsatz. Von der Friedrich Eckoldt, die das erste Stück der Unternehmung begleiten sollte, verfolgte Heinz Kastner den weiteren Weg seines Bruders. Am 22. Mai um 4:20 Uhr morgens drehte die Friedrich Eckoldt mit den beiden anderen Zerstörern der Geleitsicherung auf Höhe Drontheims ab. Hier trennten sich nun auch die Wege der beiden Geschwister endgültig. Helmut Kastner sollte den Untergang fünf Tage später nicht überleben. Er fiel am 27. Mai 1941 im Alter von 18 Jahren.

Sein Bruder Heinz, sollte noch bis Anfang 1942 auf seinem Zerstörer fahren. Als Bootsmannsmaat folgten für ihn dann mehr als ein Jahr auf den Linienschiffen Schlesien und Schleswig-Holstein, ehe er im Herbst 1943 wieder ein Kommando auf einem Zerstörer antrat. Sein neuer Zerstörer Z 35 lief am 12. Dezember 1944 im Finnischen Meerbusen auf eine Mine und sank. Heinz Kastner verlor dabei sein Leben.

Helmut Kastners Schwestern und Mutter 1945 Die Mutter auf dem Hof ihres vierten Sohn Die Eltern Elsa und Anton Kastner 1945

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